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    Reisen Sri Lanka

    Nilaveli ~ endloser Strand, bunte Korallen und tanzende Delfine

    Palmen Nilaveli

    Regenwolken und Palmen in Nilaveli.

    Nach dem →Erleben und Entdecken des Festlandes und seinen Kulturschätzen wollten wir nur noch eines: Abschalten! Am liebsten in Kombination mit viel Abkühlung. Dass es dann gleich so schnell ging, hätten wir aber doch nicht erwartet…

    Um von Trincomalee nach Nilaveli zu gelangen, wählten wir den Bus – ganz nach dem Motto, einmal öV, immer öV. Der Bus gurkelte langsam vor sich hin und immer schneller zogen Wolken auf. Es begann zu regnen und hörte auch nicht auf, als wir aus dem Bus aussteigen wollten. Da so etwas wie ein Bushäuschen in Nilaveli nicht existiert, flüchteten wir mit Gepäck ins nächste Tuktuk. Als uns der Fahrer leicht verdutzt fragte, wo wir hinwollten und wir dann wahrheitsgetreu mit «We don’t know» antworten, brach er in lautes Gelächter aus. Die Szene war auch wirklich zu gut! Drei nasse Touristinnen mit grossen Trampern, aus der Not in ein Tuktuk gesprungen, ohne Ahnung von Nix. Wir lachten mit über unsere Planlosigkeit und so fuhr er uns, ganz der gute Cousin, zu einem Bruder eines guten Freundes, der zufällig noch ein Zimmer für uns hatte.

    Natürlich wären wir keine guten Touristen, hätten wir uns vorher nicht informiert und so wollten wir unbedingt die Empfehlung des Reiseführers begutachten. Ein totaler Reinfall, wie sich herausstellte. Und so verbrachten wie die nächsten Tage im entspannten und wirklich preiswerten→Vibushan Guesthouse und liessen uns vom Bruder des Cousins auch gleich noch bekochen. Restaurants gibt es nämlich auch kein leckeres in der Umgebung – auch da haben wir den ultimativen Tipp des Reiseführers ausprobiert und wurden böse enttäuscht. Für Locations verliessen wir uns fortan auf unsere Intuition (bei Restaurants) und Bilder & Bewertungen online.

    Strand und Hund Nilaveli

    Kaum Menschen, dafür viele Hunde und feiner Sand: Nilaveli

    Anyway, viel spannender und schöner als unsere chaotischen Erlebnisse sind die wunderbaren Aktivitäten, die man in Nilaveli machen kann. Dazu braucht man eigentlich nur einen Wecker und Sonnencreme. Wir sind in Nilaveli dem endlosen Strand entlang spaziert, haben 1001 Muscheln gesammelt, natürlich gebadet, getaucht & geschnorchelt und Delfine bei Sonnenaufgang beobachtet. Kein Wunder fiel uns der Abschied von diesem einsamen Ort schwer. Doch soweit ist es ja noch lange nicht!

    MuschelsammelnEin Strandspaziergang und man ist um tausend Muscheln reicher. 

    Sonnenuntergang Nilaveli

    Sonnenuntergang von unserer Terrasse aus. 

    Pigeon Island: Touristen und bunte Fische

    Hotspot in Nilaveli ist die Pigeon Island, wo Touristen en masse schnorcheln, und man mit viel Glück – was wir leider nicht hatten – Haie und Schildkröten sehen kann. Schildkröten habe ich eigentlich bereits zu genüge in →Puerto Rico und auf →Flores gesehen, das Nichtsehen der Haie war aber etwas schade. Da eine der Freundinnen und ich das Open Water haben, haben wir den Ausflug auf der Insel noch mit zwei Tauchgängen kombiniert.

    Pigeon Island

    Der Versuch, die schöne Unterwasserwelt von Pigeon Island einzufangen.

    Für uns ist dies anscheinend der einzige empfehlenswerte Ort zum Tauchen auf Sri Lanka, für Leute mit dem Advanced gibt es aber tiefer liegende Wracks, die ganz faszinierend sein sollen. Getaucht sind wir mit →Nilaveli Diving Center, einem Anbieter, der seinen Job gut macht & ich weiterempfehlen kann. Trotzdem, so ganz überzeugt hat mich das Tauchen nicht. Es war zwar gut nach einem Jahr mal wieder zu üben, wirklich viel Spannendes haben wir aber nicht entdeckt. Mehr Fische als beim Tauchen haben wir tatsächlich mit tausend anderen Touristen schnorchelnd auf der Pigeon Island gesehen. Für einen Tagesausflug ist dieses Geniessen der Unterwasserwelt, die mich einfach immer wieder aufs Neue extrem fasziniert, super, als Tauchferien würde ich aber ehrlich gesagt niemanden Sri Lanka empfehlen.

    Delfine zum Sonnenaufgang

    Auch bekannt ist Sri Lanka für die zahlreichen Walarten, die je nach Saison vor der Insel vorbeiziehen. Zu gerne hätte ich Walhaie beobachtet, aber diese Riesen schwimmen leider nicht im August vorbei und so haben wir uns entschieden, uns mit den nicht minder süssen Delfinen zu begnügen. Auch da war ich erstaunt, wie touristisch dies bereits war und wie viele Boote frühmorgens unterwegs waren.

    Fischerboote Nilaveli

    Mit diesen kleinen Fischerbooten fährt man zu den Delfinen.

    Der Strand Nilavelis ist wirklich einsam und hat kaum Touristen, doch kaum hat es ein Highlight wie Delfine, werden die Touristen von der ganzen Ostküste angespült… Wir hatten das Glück einen erfahrenen Bootsfahrer zu haben und so konnten wir zwischendurch die Delfine ganz für uns beobachten. Ein unvergesslicher Ausflug, der durch den goldenen Sonnenaufgang noch an Magie gewann!

    Strand Nilaveli

    Der vielleicht längste und einsamste Strand Sri Lankas…

    Aber auch ohne Tagesaktivitäten ist Nilaveli wunderschön. Das Baden in diesem warmen, klaren Wasser und der weiche Sand lassen erahnen, warum die Gegend vor dem Bürgerkrieg und dem Tsunami mal äusserst beliebt war bei Reisenden. Dass der Ort noch nicht zu den alten Zeiten zurückgefunden hat, freute uns: Zu schön waren die Spaziergänge, die Ruhe und den Platz an diesem Traumstand! Lange wird die Gegend aber bestimmt nicht ein Geheimtipp mehr bleiben…

not all those who wander are lost