Lebensart Wohnen

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WIE MAN AUS EINER 1,5-ZIMMER WOHNUNG EINE VILLA MACHT

Ok, der Titel stimmt so natürlich nicht, 1,5-Zimmer bieten einfach zu wenig Platz für ein Jacuzzi mit Aussicht, eine grosse Sofalandschaft mit Home-Cinema-System und eine Küche mit Kochinsel und Homebar… Aber auch auf kleinem Raum kann man schön und gemütlich wohnen ohne auf viel verzichten zu müssen. Ich jedenfalls liebe meine kleine Wohnung und bin sogar fast ein bisschen froh, nichts Grösseres gefunden zu haben. Das Putzen geht so viel schneller und ganz viel Gerümpel sammelt man – aus Platznot – gar nicht erst an.

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Vorreiter für Wohnen auf kleinem Raum war in meinen Augen immer IKEA: während andere Möbelhäuser ihre schönen Stücke in Villen, Lofts oder gar draussen präsentierte, nahm sich IKEA der Realität an und zeigte, wie eine 6m2-kleine Küche oder eine Mini-Wohnzimmer eben doch funktionieren können. Genau das macht das schwedische Möbelhaus in meinen Augen richtig: sie verkaufen Realitäten statt Träume. Und dazu noch Möbel, die man auch bezahlen kann. Dass sie dazu mit dem aktuellen Werbespot mit Karasek auch noch Humor und Kultur beweisen, macht es für noch sympathischer!

Trotzdem, nur mit IKEA-Möbel eingerichtete Wohnungen finde ich meistens langweilig und charakterlos. Vor allem wenn Sie dann auch noch immer gleich eingesetzt werden. Hier deshalb ein paar Inputs, wie man mit wenig Aufwand und kleinem Budget ein tolles Zuhause bekommt!

1. Informiere dich. Schau dir Möbelkataloge an, suche online und lasse dich auf Pinterest inspirieren. Dann miss genau aus, wieviel Platz du hast. Welche Möbel hast du schon und wo sollen diese hin? Was fehlt dir noch und wie gross dürfen und müssen die neuen Stücke sein?

Bei mir war beispielsweise das Schlafzimmer schon gesetzt. Das Zimmer bietet praktisch gleich viel Platz wie in meiner WG und mein Bett und mein Schrank müssen logischerweise da rein. Zum Einrichten hatte ich nur eine kleine Küche – die ich erstmals mit Möbeln gefüllt habe, die ich schon hatte – und einen Balkon. Und da der Balkon riesig ist und ich eine Vision hatte, wie ich ihn haben wollte musste ich dort genau ausmessen und schauen, wie viel Platz ich für was habe und welche Optionen es überhaupt gibt.

2. Setze Prioritäten. Gerade in kleinen Wohnungen muss man sich entscheiden: grosses Bett oder lieber kleines Bett und Sofa oder gar ein Bettsofa? In der Küche lieber Platz für viele Utensilien und Kochbücher oder lieber ein Tischchen mit Stühlen? Welchen Stil will ich, welche Farben? Zu bunt und vielfältig sieht oft zusammengemixt aus. Am einfachsten ist es, sich für neutrale Basismöbel zu entscheiden und dann mit Kissen, Bildern etc. Akzente zu setzen.

3. Denke über den Tellerrand. Mein Ziel war es, auf dem Balkon eine kleine Lounge zum Cocktailtrinken und Relaxen, aber auch einen Tisch zum Essen zu haben. Auf 9qm2 sollte das eigentlich kein Problem sein, dachte ich. Und merkte dann aber schnell: ein schönes Outdoorsofa braucht fast den gesamten Platz. Nur Tisch und Stühle sind aber zu ungemütlich. So überlegte ich, das Sofa durch ein Bett zu ersetzen – erst noch praktisch, wenn spontan Gäste kommen. Platz hätte ein normales Bett zu dem Tisch zwar gehabt, der Balkon wäre aber so voll geworden, dass es kaum mehr Platz für Menschen und Pflanzen gehabt hätte. Wie weiter? Irgendwann kam mir die Idee eines Kinderbettes. Ist nicht nur viel billiger als klassische Outdoormöbel sondern mindestens genauso schön und bequem. Dass mein Wunschmodell dazu noch im Sale war, verrate ich besser nicht. Ich bin einfach ein Glückskind. Für andere Sachen hat mich übrigens auch die bekannte IKEA-Hacks Seite inspiriert.

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4. Erzähle allen, dass du umziehst und noch Möbel brauchst. So bekommt man Sachen, die bei anderen nur im Keller oder dem Estrich stehen. Entweder brauchst du sie als Übergangslösung (weil du zu wenig Geld hast, dir eine komplette Einrichtung von Grund auf zu kaufen) oder du bekommst sogar ein paar Schätze (viel lässt sich mit ein paar Handgriffen auch ändern – anmalen /Tischtuch / neue Griffe…). Nicht gebrauchte Möbel zu verwenden ist nicht nur ökonomischer sondern auch ökologischer. Und gerade auch Grosseltern, Tanten und ältere Menschen generell haben oft wunderschöne Möbel, elegantes Geschirr und tolle Teppiche, die, frisch kombiniert, wahnsinnig toll und überhaupt nicht verstaubt aussehen.

Ich benutze so endlich wieder das Geschirr meiner Grosstante, was über 30 Jahre zwischen Estrich und Keller hin und her gezügelt wurde. Oder den Tisch von meinem Chef, angeblich ein Wandertisch und ich bin bereits der vierte Besitzer. Oder zwei Holzstühle meiner Eltern, die sie wiederum von meinem Urgrossvater übernommen haben. Mein Papa hat in den 80ern die Sitzfläche ersetzt und sie bordeauxrot angemalt. Irgendwann sind sie als Ersatzstühle in den Keller gewandert um dann auf einmal in Zürich in meiner Wohnung zu stehen.

5. Nutze den Sale. Ich bin keine grosse Schnäppchenjägerin, aber wer sich Zeit lässt und ab und zu im Ausverkauf vorbeischaut findet wunderbare Schnäppchen. Besonders bei Gartenmöbel und Accessoires lohnt es sich. Am liebsten ist mir der Nach-Weihnachts-Ausverkauf im Globus. Alles glitzert! Und bestickte Kissenbezüge oder funkelnde Kerzenhalter sind meiner Meinung nach nicht nur in der Weihnachtszeit erlaubt. Auch Pflanzentöpfe, grosse Teller für Deko etc. oder schöne Kistchen für Nagellacke, Schmuck und sonstiges lassen sich im Ausverkauf immer für einen Bruchteil des Originalpreises kaufen.

6. Halte beim Reisen die Augen offen. Ich habe Lämpchen aus der Türkei und Indien, Schälchen aus Italien, Salatbesteck aus Tansania etc. Ich könnte wahrscheinlich eine nie-endende Liste hier schreiben. Im Ausland schöne Schätze zu kaufen ist nicht nur rentabel (ja, als Tourist zahlt man auf dem Markt vielleicht 5 Franken mehr. Nein, es ist immer noch viel billiger als in der Schweiz), sondern auch viel schöner. Das gekaufte Ding hat dann immer auch eine Geschichte. Das Feilschen mit dem Marktverkäufer, die inspirierende Stadt, die vibrierende Atmosphäre und die Freiheit beim Reisen – all das tragen diese heimgebrachten Gegenstände in sich.

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7. Details machen den Unterschied. Ich liebte die schönen Hotels, die ich durch die SWISS kennen lerne durfte. Und mir war bald klar, dass ich einen Teil dieses Luxus auch Zuhause will. Und viel ist ganz einfach umzusetzen: kaufe weisse oder graue statt bunte Frotteewäsche fürs Bad. Die ist nicht nur viel pflegeleichter sondern es sieht auch gleich viel edler aus. All das Zeug, was im Bad so rumsteht war auf Tabletts oder in einer schönen Box runtergebracht, die Handseife duftete besonders gut. All diese kleinen Sachen lassen sich ohne Aufwand und gegen eine minimen Mehrpreis auch Zuhause umsetzen.

Was sind deine Tricks um aus einer Wohnung ein Bijou zu machen?

2 Comments

  • Reply
    Betty Jones
    31. August 2015 at 05:36

    nette Idee in diesem Beitrag, sehr kreativ:)

  • Reply
    debby
    1. September 2015 at 17:28

    Ich (22) wohne zwar noch bei meinen Eltern, jedoch verbringe ich fast jede freie Minute daran, etwas hübsches in „unserer“ Wohnung zu Gestalten oder ein neues, besseres Regal/ Kommödli zusammen zu schrauben oder gar einfach mal etwas anderes zu montieren, befestigen anzustreichen.

    Die eigene Wohnung wartet noch auf sich, jedoch weiss ich ganz genau was mir gefällt, was passt und was auch einfach zum Putzen ist. Ist ja so Mühsam wenn man eine toll dekorierte Wohnung hat, und dann beim Haushalt machen erst 1,5 Tage benötigt bis man alles weggeräumt hat. ;`)

    Was mir eben gefällt ist die „Farbe“ weiss. Diese lässt sich sehr gut kombinieren und sieht einfach immer schick und edel aus. Und besonders: wenn man (Tee-) Lichter anzündet, besonders um die Weihnachtszeit ist es immer so schick anzusehen wie das weiss plötzlich warm wird.
    Alles (!) in weiss zu haben ist dann doch nicht alles, da kann man dann noch so viele Teelichter anzünden, es wirkt kalt. Aber in meinem Zimmer (weisser Schrank, weisses Bett, heller Eichenholzboden) habe ich mich für eine (!) Pastelgrüne Wand entschieden. Somit kann ich mit fast allen Farben spielen, auf was ich auch gerade immer Lust habe!

    Vielen Dank für deinen Inspirierenden Beitrag!
    Auf einen Cocktail, see you :))

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    not all those who wander are lost