Lebensart

VERKLEIDEN, ERFINDEN UND SICH VERÄNDERN

Die Fasnacht bringt die Zeit des Verkleidens, des sich neu Erfinden. Na, wer von euch zieht durch die Strassen, lebt seine wildesten, kindischsten oder geheimsten Seiten aus? Früher war das Verkleiden ja normal. Als wir noch jung & wild waren, haben wir uns nicht nur jährlich sondern ständig neu erfunden. Vom Hippie, zum Punk über den melancholischen Emo – alles wurde ausprobiert und alle Eigenarten unserem aussergewöhnlichen Charakter zugeschrieben.

Jetzt mit einigen Jahren Abstand ist klar: so einzigartig und besonders wie wir uns fühlten, waren wir gar nicht. Dass das Ausprobieren zur Teenagerzeit wie billiger Alkohol gehört, wurde uns erst im Nachhinein bewusst. Schön, sagen wir, haben wir uns heute gefunden, wissen nur endlich, wer wir sind und bleiben unserem Stil und unserem Charakter treu.

Doch wissen wir das wirklich? Wer wir sind? Was unser Stil ist? Oder haben wir nicht einfach die Normalität und den immer gleichen Alltagstrott einverleibt?

Ich behaupte, es ist eine Mischung aus beidem. Ganz ohne Alltag und Normalität geht es nicht, es schleichen sich immer Rituale ein, ganz egal wie abwechslungsreich (oder eintönig) der Tag auch ist. Trotzdem sind wir sicherer heute, wissen, was wir wollen oder meistens zumindest, was wir nicht wollen. Doch alles nur schwarz-weiss zu sehen, dafür sind wir, finde ich, immer noch jung. Mal unvernünftig sein, was wagen und sich ab und an neu erfinden, das alles macht eigentlich immer noch Spass. Wenn wir denn nur den Mut und die Zeit dazu finden würden.

Mit welchen Veränderungen können wir also Abenteuer zurück in den Alltag bringen?

playground

Das Foto ist am →Photograhy Playground entstanden.

Mit optischen Wagnissen, beispielsweise.

Ich bin da zwar die letzte, die so was macht, aber ich bewundere wirklich alle, die mutiger sind. Eine meiner besten Freundinnen hat sich ihre Mähne kurz geschnitten und rosa gefärbt und es sah super aus! Überhaupt stehen rosa Haare, laut Pinterest, jeder Frau. Und →was man dabei so alles erlebt, scheint jeder schräger Blick mehr als wert zu sein.

Kids gasp, smile, squeal when they see pink hair. “MOM! She has PINK HAIR!” they say.
Margot Potter

Aber nicht nur die Haarfarbe, sondern auch die Augenfarbe lässt sich mit →farbigen Linsen easypeasy ändern. Das ist zwar nicht von langer dauer, lässt einen die Welt aber sicherlich mal anders sehen. Noch einfacher ist die optische Veränderung, wenn du Brillenträgerin bist und einfach mal →Kontaktlinsen ausprobierst oder umgekehrt, statt den Linsen mal die Brille trägst. Nicht zu empfehlen ist meine Methode: eigentlich Brillenträgerin, trage ich oft einfach gar nichts und renne dann mehr oder weniger als Maulwurf durch die Welt. Naja, zumindest amüsiere ich damit die anderen…

Oder mit selbstgewählten Herausforderungen.

Nein, damit mein ich keine doofen Vorsätze, die man nur auf Grund von Komplexen oder verzerrten Wahrnehmungen wählt. Aber sich selber zu pushen und weiterzubringen ist – zumindest in einem gesunden Mass – wahnsinnig beflügelnd. Eine neue Sprache lernen zum Beispiel, dann dort Ferien buchen und versuchen, sich dort ohne Englisch durch zuschlagen. Oder sich sportliche Ziele setzen. Da allerdings wirklich solche, die einen Freude machen und erreichbar sind. Oder versuchen die Wohnung immer aufgeräumt zu halten und damit zu beginnen, morgens das Bett zu machen. Es gibt sicher zahlreiche Bereiche, die du verbessern möchtest. Such dir also was aus, mach dir einen Plan, stelle dich der Herausforderung & entwickle dich weiter.

Oder mach zumindest an der Fasnacht was Verrücktes.

Wenn du verkleidet bist, dich niemand kennt und du dich ausprobieren kannst, tu‘ es einfach. Natürlich nichts Illegales oder wo jemand zu schaden kommt, aber vielleicht springst du über deinen eigenen Schatten und sprichst jemanden an. Oder gehst in einen Club, den du normalerweise aus lauter Vorurteilen meidest. Oder machst Strassenmusik. Hach, dir fällt bestimmt noch was viel Besseres und Verrückteres ein!

Wie bringst du immer wieder Wildes und Neues in deinen Alltag und – viel wichtiger –  wie entwickelst und erfindest du dich immer wieder neu?

2 Comments

  • Reply
    Isabel
    21. Februar 2016 at 18:22

    Bin gerade total beeindruckt! Habe dich per Zufall gefunden, als ich mich über den Job als Cabin Crew Mitglied informiert habe. Jetzt sehe ich, dass du ja ursprünglich von Thun bist (wie ich auch) und bei der Swiss geflogen bist. Wie klein die Welt manchmal ist! Finde deinen Blog super :)

    Liebe Grüsse Isabel

    • Kristina
      Reply
      Kristina
      23. Februar 2016 at 10:15

      Grüsse Thun von mir & lieben Dank fürs Kompliment :)

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    not all those who wander are lost