persönlich

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KIND, KARRIERE, BEIDES? ODER LIEBER EINE WELTREISE?
EIN PAAR GEDANKEN ZU LEBENSTRÄUMEN

Weisst du, woran ich merke, dass ich älter werde? Nein, nicht an den ersten grauen Haaren oder den sich abzeichnenden Falten, sondern an den neuen Gesprächsthemen in meinem Umfeld. Bei der Arbeit, mit Freunden und Verwandten wird plötzlich nicht mehr über die Berufswahl sondern Karriereschritte diskutiert. Am Wochenende wird gewandert statt Party gemacht. Und man fragt sich ernsthaft, wie das Leben in ein paar Jahren so aussehen wird. Habe ich Familie? Bin ich Single? In einer wilden Ehe? Und nicht nur „Was wird passieren?“, sondern vor allem auch: „Was will ich überhaupt??“

Karriere, Küche, Kind. Diese Worte bringen ein heutiges Superwomen wohl auf den Punkt. Man sieht sie in Magazinen, in Shows und immer öfters auch auf der Strasse. Chic und mit einem guterzogenen Kind. Und man fragt sich dann unweigerlich: Möchte auch ich nicht mal solch ein süsses Kindlein haben?

Nur, so einfach ist das Leben nicht. Wer schon länger als 24 Stunden mit einem Kind verbracht hat, weiss, dass nicht alles nur unbeschwertes Glück ist, sondern es auch sehr viel nervenaufreibende Erziehung mit sich bringt. Wie frustrierend es dazu noch sein kann, sein Leben für Kinder total umzugestalten, zeigte ja letzthin die Bewegung #regrettingmotherhood. Alle Noch-Nicht-Mütter wurden noch weiter verunsichert, überzeugte Nicht-Mamas in ihrer Einstellung gestärkt.

Aber wieso ich überhaupt auf das Thema komme? Weniger, weil es mich aktuell stark beschäftigt, sondern weil ich gerade mit drei Jungs in Brasilien in den Ferien war. Der Jüngste davon ist 29. Die anderen haben ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel. Einer ist Single, einer frisch in einer Beziehung und der Dritte seit ein paar Jahren vergeben.

Derjenige, der frisch verliebt ist, hat ganz am Anfang seiner Beziehung geklärt, dass weder er noch seine Flamme Kinder möchten. Finde ich eigentlich gut. Sonst baut man ja etwas auf und merkt dann irgendwann, dass man ganz verschiedene Vorstellungen vom Fortgang des Lebens hat. Nur, seine Freundin ist 28 – ich kann mir echt nicht vorstellen in zwei Jahren sicher zu wissen, was ich die nächsten 20 Jahre meines Lebens sein und tun will.

Aber müssen wir das überhaupt? Wissen, was wir wollen? Können wir nicht einfach offen sein für Abenteuer, lange Reisen, herausfordernde Jobs und – wenn es passieren sollte – vielleicht auch ein Kind? Stressen wir uns nicht unnötig, wenn wir unserer idealen Zukunft nachrennen und am Schluss vielleicht doch alles anders kommt?

Andererseits führt doch gerade dieses zwanghafte Optionen offen lassen selten zu einem glücklichen Leben. Für viele scheint gut doch schlecht oder im besten Fall mal gut genug zu sein. Kaum sieht man eine (scheinbar) bessere Möglichkeit, wird gewechselt. Jobs, Männer, Lebensträume – alles austauschbar.

Das zumindest weiss ich sicher: ein Leben in ständiger Wechselbereitschaft ist für mich keine Option. Ich habe mich entschieden, lieber weniger und dafür Wichtiges zu haben. Weniger Männer, dafür mehr Gefühle. Weniger Kleider, dafür Lieblingsstücke. Weniger Freunde, dafür ehrliche Gespräche. So zumindest die Idealvorstellung. Natürlich klappt es nicht immer, aber mit jedem Fehlgriff versuche ich dazu zu lernen.

Trotzdem, die grossen Frage der Lebensziele werden so nicht beantwortet. Und ich frage mich: wache ich eines Tages auf und ich weiss genau was ich will? Oder wache ich eines Tages auf und merke: für ein Kind / die grosse Karriere / eine Weltreise / …  ist es jetzt zu spät und ich bereue es, nicht aktiver mein Leben in die Hand genommen zu haben?

Keine Ahnung. Und deshalb frage ich dich: wie handhabst du es mit den grossen Fragen des Lebens?

1 Comment

  • Reply
    Alessia
    8. Juli 2015 at 09:36

    Irgendwie lustig, dass wir uns wohl grad mit ziemlich ähnlichen – fast würde ich sagen – Lebensfragen auseinandersetzen. Ich hab grad in den vergangenen Monaten ganz klar die Erfahrung gemacht: Lebe im genau jetzigen Moment und sei vor allem glücklich mit dem, was du machst. Sobald ich zu viel über die Zukunft gehirnt habe, was ich bis in einem, zwei oder fünf Jahren alles abgehakt haben möchte, kamen gleichzeitig unangenehme Ängste, Zweifel und Gedanken auf. Das ist das Gefühl vom „Nicht-im-Jetzt-leben“ und ständig an Dingen rum studieren, was meiner Meinung nicht glücklich macht. Obwohl ich hier als sehr wichtige Klammerbemerkung hinzufügen möchte ist, dass Träume und Ziele zu haben, die man von Herzen und mit Leidenschaft verfolgt, durchaus Platz haben sollten. Jedoch weniger vorteilhaft, aber nicht immer ganz einfach: sollte man sich im besten Falle nicht vollends daran klammern und flexibel bleiben, wenn bei diesem Weg sich plötzlich eine Gabelung auftut und es vielleicht doch ganz anders kommt – wer weiss, vielleicht noch besser als gedacht? Manchmal wünscht man sich Dinge sooo fest, sei es der Mann der Träume, die perfekte Wohnung oder der kreativste Job – und beim aktiven Suchen fällt einem dann gar nicht auf, dass eigentlich vieles schon so nah oder sogar direkt vor der Nase liegt. Meine Erfahrung zurzeit ist es, dass ich es verdient habe – klingt egoistisch, aber das hat wirklich jeder verdient – glücklich zu sein und vielleicht sogar „ds 5erli und zWeggli“ zu bekommen (unglaubliche Vorstellung, was?). Nämlich als Belohnung, wenn man einfach mal sich selber ist, ohne zu überlegen, was andere denken und von einem erwarten, ohne nach links und rechts zu schauen, was denn nun für unser Alter gesellschaftlich angemessen ist: mit 30 Mami zu sein, ein Auto haben, einen sicheren Job. Für den einen mag das perfekt passen. Für den anderen wohl gar nicht. Da bin ich ganz deiner Meinung, jeder sollte seinen ganz persönlichen Weg gehen – auf sein Innerstes hören, sein Herz, seine Träume, seine Gefühle und Wünsche. Einfach mal treiben lassen. Vertrauen. Glücklich sein. Nicht immer ganz einfach, klingt banal, aber es lohnt sich. Wirklich.

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    not all those who wander are lost