flight attendant

„PRISTINA?“ // MY LIFE AS A FLIGHT ATTENDANT (11)

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Manchmal fahre ich mit der Uniform an den Flughafen und zurück. Beispielsweise wenn mir die Zeit Zuhause wichtiger ist als Anonymität, wenn ich nicht von Bern sondern von meinen Eltern her komme oder wegen eines Termin so schnell wie möglich nach Hause sollte. Die Bahnfahrt in der Uniform ist allerdings weitaus weniger entspannt als eine in ziviler Kleidung; oft haben die anderen Bahnreisenden das Gefühl, ich sollte alles wissen & jedem helfen. Und dass ich nach einem 12-Stunden Flug nicht mehr gross Lust auf Smalltalk habe, stösst manchmal auf Unverständnis.

Es gibt aber auch tolle Begegnungen dank der Uniform. So zum Beispiel am Weihnachtsmorgen. Habe ich Zeit & Lust holfe ich mir öfters einen Coffee to go irgendwo am Bahnhof. Als Reaktion auf meine Bestellung gibt es dann oft ein strahlendes Lächeln und die Frage „Pristina?“ So auch an dieser Weihnachten. Schliesslich arbeiten nur wenige Schweizer während Sonn- und Feiertagen in Bahnhofshops, zudem fliegen Schweizer wahrscheinlich auch weniger oft mit der SWISS als Menschen, welche Familie im Balkan haben. SWISS fliegt in Zusammenarbeit mit der Edelweiss, der Air Pristina & der Air Kosovo regelmässig nach Pristina und Skopje. Dass diese Flüge ganz besonders sind, ist intern bekannt: nirgendwo sonst gibt es so dankbare Gäste und lustige Missverständnisse. Während die Jungen meistens fliessend (Schweizer-)Deutsch sprechen, gibt es immer wieder Ältere, welche weder Deutsch noch Englisch sprechen oder verstehen. Dass dann der Sitznachbar übersetzt und erklärt ist selbstverständlich. Auch Respekt uns gegenüber uns ist nie ein Problem und die Komplimente am Ende des Fluges immer herzlich.

Auch die Anzahl Kinder auf den Flügen ist legendär. Für Kurzstrecke sind immer 12 Kindergurte geladen. Oft muss man für Pristina aber noch 10-20 Extragurte bestellen. Dass die Kinder meistens auch grösser und keine Babys mehr sind, scheint auf diesem Flug normal zu sein. Einmal sagte mir jemand auf dem Flug: „Hey, ich kenne dich!“ Perplex war ich nicht wegen Du – auch das ist auf diesen Flügen normal – sondern wegen der Aussage. Ich hatte länger keinen Pristina mehr geplant gehabt, konnte ihn also kaum hingeflogen habe. Also erklärte er mir, dass er im Bau arbeite und mich schon öfters gesehen hatte. Ein lustiges Gespräch

Dies ging mir alles durch den Kopf an diesem Weihnachtsmorgen. Fast etwas wehmütig antwortete ich dem Kaffeeverkäufer: „Nein, Delhi.“ Und freute mich insgeheim schon auf meinen nächsten Ausflug in den Balkan.

Alle Posts zu meinem Leben als Flights Attendant

3 Comments

  • Reply
    Sabrina Mohr
    30. Dezember 2013 at 22:03

    Ich liebe deine kleine Anekdoten aus deinem beruflichen Leben. :-)

    LG & einen guten Rutsch!
    Sabrina
    Happiness-Is-The-Only-Rule

  • Reply
    kissandmakeupsbeautyblog.com
    31. Dezember 2013 at 14:44

    I love reading your flight stories :-) It’s such an interesting lifestyle. I’ve said it before, I don’t think I could do it, but I love hearing about your little (and big!) adventures! Have a happy new year!

  • Reply
    Windmeer
    2. Januar 2014 at 13:58

    Schön geschrieben. :-)

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    not all those who wander are lost