Lebensart Nachhaltigkeit Wohnen

Ökologischer Balkon: Ein Paradies für Mensch & Umwelt

Grüner Balkon: Nachhaltigkeit in der Stadtwohnung

Wer mich kennt, weiss, dass ich bereits im März den Kaffee lieber draussen in der Sonne statt drinnen in der Küche trinke und bis tief in den Herbst die Abende bevorzugt auf dem Balkon verbringe. Nebst der Wohnlichkeit beschäftigt mich seit einem Jahr aber auch die Nachhaltigkeit von Paradies Balkon — schliesslich habe ich →mich entschieden, nachhaltiger zu leben und da gehört ein ökologisch optimierter Balkon dazu. Und ja, es geht noch grüner als nur ein paar Pflänzchen zu haben!

Haustiere, die Sinnvolles tun

Mauerbienen für eine blühende Nachbarschaft

Wer hätte je gedacht, dass ich bereits dieses Jahr pelzige Tierchen mein eigen nennen darf? Ein Hund oder eine Katze kommt für mich schliesslich aus verschiedenen Gründen nicht infrage, aber so eine selbstständige Bienenfamilie verursacht kaum Arbeit, ist meditativ zum Beobachten und tut erst noch Gutes für die Pflanzen in der Umgebung.

BeeHome Observer von Wildbiene + Partner

Mein →BeeHome Observer von Wildbiene + Partner – eine kleine Bienen-Villa!

Das Prinzip ist denkbar einfach: Bei →Wildbiene + Partner ein Häuschen mit Startpopulation kaufen (noch bis Ende Mai möglich), nach Erhalt sogleich draussen an der Hauswand oder einer Mauer befestigen und die Bienen einleben lassen. Schon nach kurzer Zeit fühlen sie sich zu Hause, bestäuben Pflanzen in der Umgebung und helfen so, die Vielfalt und natürliche Prozesse der Natur zu erhalten. Vor Einbruch des Winters das Bienenhaus wieder zurück an Wildbiene + Partner schicken, wo die Bienen fachgerecht überwintert werden. Im Frühling drauf beginnt der Zyklus wieder von vorne.

Wildbienenpartnerschaft

Übrigens: Da es sich um Mauerbienen und nicht um Honigbienen handelt, haben die Bienen keinen Stachel. Das Haus kann also sorglos in der Nähe von einem Sitzplatz oder auf dem Balkon aufgehängt werden.

Danke an dieser Stelle an Wildbiene + Partner, die mir diesen Frühling so ein tolles Häuschen geschickt haben! Ich habe →das Haus letzte Weihnachten meinem Papa geschenkt, auch er hat Freude am Bienenhaus und allen, denen ich davon erzähle, finden das Geschenk super. Also falls wer eine stressfreie Adventszeit will: Die →Geschenkgutscheine von Wildbiene + Partner kommen super an und lassen sich immer bestellen ;)

Eine Wurmkiste für hausgemachten Kompost

Ganz oben auf meiner To-Buy-Liste steht eine Wurmkiste. Eine Wurmkiste?! Genau, ein Zuhause für Würmer.

Und wer sich zurecht fragt, was eine To-Buy-Liste ist: Das Konzept habe ich von einer lieben Freundin übernommen und ist eine Liste von Dingen, die man braucht/will, welche aber das typische Budget etwas ausreizen. Darauf standen Dinge wie →mein Vitamix, →meine kleine Handtasche und stehen noch Dinge wie Unterwäsche, Bett und eben eine Wurmkiste. Das praktische der Liste ist, dass man grössere Auslagen immer vor Augen hat und sich darum seltener kleine Sachen kauft, die man eigentlich gar nicht wirklich braucht. Dies aber nur so am Rande, zurück zur Wurmkiste.

Nachhaltiger Balkon-Garten

Würmer verwandeln Abfall in nahrhafte Erde.

Zuerst über eine Wurmkiste gelesen habe ich bei →Shia von Wastelandrebel. Das Konzept faszinierte mich sogleich  – die Vorstellung, Würmer im Haus zu haben, finde ich aber leider nach wie vor nicht prickelnd. Aber ich habe mich entschieden, meinen leichten Ekel zu ignorieren und mich stattdessen auf die Vorzüge der Wurmkiste zu fokussieren:

  • Sinnvolles Kompostieren von Bioabfall.
    (Bei meiner Überbauung gibt es nicht einmal eine grüne Tonne. Rüstabfall & Co landen also einfach im normalen Müll.)
  • Langfristig Geld sparen, da ich viel weniger Abfallsäcke kaufen muss.
    (Die in der Schweiz echt teuer sind!)
  • Bester Biokompost für meine Balkon- und Zimmerpflanzen.
  • Die Würmer sind selbstständig und ertragen auch längere Abwesenheiten ohne Probleme.
  • Im Sommer kein stinkender Abfallsack mehr in der Küche.

Überzeugen dich die ökologischen Aspekte nicht, dann vielleicht das eingesparte Geld durch so eine Kiste! Ich will mir jedenfalls so bald wie möglich einen →Wurmkomposter inkl. Würmer bei WormUp bestellen. Klar, so eine →Wurmkiste kann auch einfach selbst gemacht werden, da meine Wohnung aber klein ist und ich schönes Design liebe, habe ich mich (mal wieder) für die Premiumvariante entschieden…

Pflanzen, die mehr als nur schön aussehen

Ja, der Kompromiss zwischen einem schönen, pflegeleichten Balkon und einem ökologisch sinnvollen ist nicht immer ganz einfach. Am besten wäre es ja, wenn man nur einheimische Pflanzen hätte, die man selber essen könnte und auch den Insekten viel Nahrung geben würde. Da mir zudem auch ein grüner Daumen fehlt, handhabe ich die Wahl der Pflanzen mit Trial & Error, habe aber nach Jahren von Balkonien erste Erfahrungen:

Kräuter ohne Allüren

  • Das →Currykraut ist vielleicht nicht das kulinarischste Gewürz, wächst aber so gut wie überall (Sonne und Schatten), ist anspruchslos, sieht mit seinen silbrigen Kraut erstaunlich chic aus und lässt sich durch einfaches Abzwicken und Einstecken problemlos vermehren. Auch die Winter übersteht es wirklich problemlos! Meine absolute Empfehlung für alle, die keinen grünen Daumen haben.
  • Minze mag ich auch gerne, da die Pflanze auch anspruchslos und äusserst vielseitig einsetzbar ist. Diesen Winter sind sie mir aber gestorben.
  • Auch →Salbei stellt sich am richtigen Standort (viel Sonne) als winterhart und pflegeleicht heraus.

Alle anderen Kräuter sind meiner Meinung (zu) anspruchsvoll und überleben den Winter nicht.

Stadtbalkon in Zürich West

Hier wachsen v.l.n.r. Jasmin (für den Duft!), →bunter Krautstiel (kaum gekeimt), Rotkraut (Setcreasea palladia purpurea – nichts «Sinnvolles» aber extrem pflegeleicht & chic), →Marokkanische Minze (silberner Topf), →Pfefferminze (schwarzer Topf), Himbeere, Erdbeeren im Hängekorb und Chili. 

Essbares aus Balkonien

Was genau gepflanzt werden kann, hängt natürlich vom Standort ab. Schön anzusehen, leicht zu ziehen und lecker sind →Kapuzinerkresse (Blüten und Blätter in den Salat) und →Ringelblumen (auch hier können Blüten und Blätter gegessen werden). Wer richtiges Gemüse will, kann ganz leicht →Krautstiele ziehen und bei viel Sonne und Wärmen kommen auch Tomaten gut. Ich versuche es auch noch mit Himbeeren, Erdebeere und Feigen – die Pflanzen überleben zwar, der Ertrag ist aber (noch?) nicht wirklich reich.
Ringelblume, eine essbare Balkonblume

Ringelblume: Essbar, heilend & pflegeleicht.

Blumen für einen guten Zweck

Wer etwas mehr Talent & Geduld als ich hat, kann bei →Pro Specie Rara Samen von seltenen Pflanzen bestellen und so zur Artenvielfalt beitragen. Vielleicht versuche ich dies nächstes Jahr mal, versprechen kann ich aber leider nichts. Auch bei →Pro Natura gibt es jeden Frühling ein Wildpflanzenset zu bestellen, welches Insekten und Menschen gleichermassen erfreut.

Deko mit Sinn

Da für mich Balkon Wohnzimmer und Büro in einem ist, ist mir Wohnlichkeit besonders wichtig. Die →Bananenblattwand, die ich letzten Sommer gemacht habe, ist nur eines der Highlights von meinem Balkon.

Mit der Natur dekorieren

Die günstigste Deko findet sich draussen – schöne Stöcke, Steine, Schneckenhäuser oder, wie bei mir, Muscheln, individualisieren einen Balkon und setzen Akzente. Das Sammeln macht Spass und die Fundstücke erinnern mich immer wieder an →endlose Strände, →schwarzen Sand mit türkisfarbenen Steinen und zahlreiche tolle Momente mit Freunden und Familie.

Sonne statt Kerzen

Ich liebe das flackernde Licht von Kerzen, diese sind aber meistens →alles andere als umweltfreundlich. Darum setze ich Kerzen nur noch bewusst als Akzente ein und überlege in →Windlichtern und als Lampions Solarleuchten von IKEA zu nutzen. Das hilft nicht nur der Natur, sondern ich muss auch weniger Kerzen nachkaufen und der Kabelsalat von Lichterketten gehört der Vergangenheit an.

Solarlampen statt Kerzen

Solarlichter sorgen für Stimmung.

Wasser marsch!

So ein Balkon ist ganz schön durstig. Damit man die Menge Wasser etwas ökologischer bereitstellen kann, kann man:

  • Eine Tonne/Giesskanne in den Regen stellen und so diesen als Giesswasser nutzen.
  • Das Gemüse- und Früchtewaschwasser auffangen (in einer grossen Schüssel) und dieses dann den Pflanzen verfuttern.
  • Bodendeckende Pflanzen (wie z. B. der anspruchslose Hauswurz) oder Mulch schützen vor Verdunstung.

Und zu guter Letzt noch einen etwas gewöhnungsbedürftigen, aber äusserst effizienten Tipp, den ich von einer lieben Freundin habe, die studierte Umweltingenieurin ist: Urin als natürlichen Dünger. 

«Urin ist, wenn er nicht in Kontakt mit Fäkalien kommt, steril. Die Nährstoffe im Urin sind in dem Verhältnis zusammengesetzt, wie die Pflanze es braucht, also so wie beim konventionellen Dünger. Zusätzlich sind im Urin noch Mikronährstoffe vorhanden, welche für die Pflanzen essenziell sind. Das heisst, wenn du gesund bist, keine Medikamente oder Hormone nimmst, kannst du deinen Urin 1:10 mit Wasser verdünnen und giessen. Geeignet für alles ausser Keimlinge, Orchideen und Salat, da diese den erhöhten Salzgehalt schlecht vertragen. Topfpflanzen am besten zweimal im Jahr damit giessen.»

Wie gefallen dir die Ideen und Tipps? Setzt du einiges davon bereits um oder planst du, was davon in die Tat umzusetzen?

Grüner Balkon

Mein Balkon letztes Jahr – noch nicht ökologisch, aber doch schon grün. 

8 Comments

  • Reply
    Tom BENDELS
    10. Mai 2018 at 18:30

    Urin als Dünger ist natürlich gewöhnungs bedürfdich und ist halt bei falscher Dosierung natürlich genau so schädlich für die Pflanzen aber kostengünstig und ökologisch. Regionale oder heimische Pflanzen zu benutzen sollte auch für dich machbar sein, villeicht findest du bei Gelegenheit eine Kräuterwanderung un deiner Nähe, in sofern du dann zu Hause bist. Liebe Grüße aus LUX, Tom

    • Kristina
      Reply
      Kristina
      14. Mai 2018 at 12:12

      Recht hast du! Ein bisschen versuche ich es mit einheimischen Blumen bereits. Nur an die raren Sorten habe ich mich noch nicht getraut. Vielleicht kaufe ich mir aber doch noch ein hübsches Kistchen für die Wildblumen von Pro Natura, die finde ich nämlich sehr toll :) Ich werde im Sommer auf jeden Fall immer mal wieder auf Social Media posten, wie sich mein Balkon so entwickelt! Herzlich, Kristina

  • Reply
    Windmeer
    10. Mai 2018 at 22:55

    Ich mag den Artikel sehr, weil ich ganz viel davon genauso sehe und auch ein paar neue Punkte dabei sind. Urin als Dünger beispielsweise – auf die Idee wäre ich gar nicht gekommen! Das Wildbienenhotel gefällt mir auch sehr gut. Schade, dass sie nicht nach Deutschland liefern, aber auch nachvollziehbar, dass die Lebewesen nicht so weit reisen sollen. Vielleicht finde ich einen Anbieter, der etwas vergleichbares in Deutschland anbietet. Wir starten in den nächsten Tagen mit zwei Schwärmen Honigbienen, die wir in der Nachbarschaft platzieren dürfen.
    Mit der Wurmkiste überlege ich auch schon seit einer Weile, konnte mich bisher aber noch nicht überwinden, so etwas in unsere Küche zu stellen. Im Keller und auf dem Balkon wird es im Winter zu kalt sein. Leider liefert der von dir vorgestellte Anbieter auch nicht nach Deutschland. Die Kiste ist nämlich echt schick und nicht so hässlich, wie die meisten Wurmkisten, die ich bisher gesehen habe. Halte uns auf dem Laufenden, wie es mit deiner Wurmkiste weiter geht!

    • Kristina
      Reply
      Kristina
      14. Mai 2018 at 12:15

      Danke für deine Gedanken – ich habe bei beiden Firmen nachgefragt, was sie für Partner/Produkte in Deutschland empfehlen. Hoffentlich kennen sie was Tolle, ich lasse dich die Antwort jedenfalls so schnell wie möglich wissen!

      • Reply
        Nikolai
        14. Mai 2018 at 18:06

        Grüsse vom WormUp Team. Unser Komposter ist auch in Deutschland erhältlich, bestellbar via unseren Shop eu.wormup.ch:-)

        Wurmvolle Grüsse, Nikolai

        • Reply
          Windmeer
          14. Mai 2018 at 23:05

          Vielen Dank für den Link! Ich schaue es mir genauer an. :-)

  • Reply
    Clarissa
    11. Mai 2018 at 09:57

    Salü Kristina

    Ich verfolge nun Deinen Blog schon länger und freue mich immer über Deine spannenden, inspirierenden Beiträge.
    Dank einem Deiner älteren Texte habe ich mir dieses Jahr auch ein Wildbienen-Hotel gekauft und erfreue mich täglich an den fleissigen, flauschigen Bienchen. :)
    Danke für Deinen höchst unterhaltsamen und auch fotografisch schönen Blog. Weiter so.

    Liebe Gruess usm Aargau,
    Clarissa

    • Kristina
      Reply
      Kristina
      14. Mai 2018 at 12:14

      Liebe Clarissa, Danke für deinen lieben Kommentar! <3 Freut mich, dass du durch mein Blog auf Wildbiene + Partner aufmerksam geworden bist und genau so Freude wie ich an den hübschen Tieren hast. Liebe Grüsse ins schöne Aargau, Kristina

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    not all those who wander are lost