Lebensart Nachhaltigkeit

Nachhaltiger Leben – mein neues Ziel & was dies fürs Blog bedeutet

Schon lange versuche ich bei der Ernährung die Balance zwischen Gewissen, Genuss & Geld zu finden und bin, so finde ich, langsam an einem Punkt angelangt, hinter welchem ich stehen kann. Ich esse weder vegan noch 100 % bio, habe aber meinen Konsum von tierischen Produkten stark eingeschränkt und achte, wenn ich selber einkaufe, auf biologisch produzierte und regionale Produkte. Natürlich kann und will ich hier weiter optimieren. Aber ich habe gemerkt, dass jetzt wohl der Zeitpunkt gekommen ist, über den Tellerrand hinauszuschauen und auch mein Leben (statt nur die Nahrung) ganzheitlicher wahrzunehmen. Will ich ohne schlechtes Gewissen leben, muss ich der Ausbeutung der Näherinnen, der Umweltschädigung durch Färbemittel und der Massenproduktion von Abfall genau so Rechnung tragen wie dem Einsatz von Pestiziden und der Massenhaltung von Tieren.

Was bedeutet Nachhaltigkeit für mich?

Klar, 100 % Nachhaltigkeit geht kaum – zumindest nicht, wenn ich weiterhin Luxus, Glamour & JetSet will (was ich will), aber warum nicht diese Wünsche etwas anders definieren und zumindest die Dinge ändern, die kaum Mehraufwand bedeuten? Oder, die, ganzheitlich betrachtet, sogar zum Erfüllen dieser Ansprüche beitragen? Durch das Vereinfachen meines Lebens habe ich beispielsweise gemerkt, dass Luxus viel mehr als Besitz ist, nämlich Zeit für Muse. Und als Glamour empfinde ich eher ein Cocktail auf einer Rooftopbar als ein Kleiderschrank voller Trendteile. Warum also hier nicht einen Schritt weitergehen und durch überlegten Konsum mich und die Welt glücklicher machen?

Für mein Blog bedeutet dies natürlich auch, dass (hoffentlich) mehr nachhaltige Produkte in den Vordergrund rücken und meine Erfahrungen teilen. Gerne möchte ich auch Tipps geben, wie man mit kleinen Änderungen Gutes für sich & die Welt macht. Aber natürlich werde ich auch weiterhin über meinen (unökologischen aber geliebten) Job als Flight Attendant berichten. Rumfliegen werde ich weiterhin auch in meiner Freizeit – ich liebe das Reisen & Entdecken einfach, etwas, worauf ich vorerst nicht verzichten will. Wie gesagt: dies wird keine von Null-auf-Hundert-Veränderung sondern eine Sammlung kleiner Schritte, die schliesslich zu mehr persönlichem Glück und einem umweltbewussteren Leben führen.

Also, doch alles nur leeres Geschwätz?

Nein! Als Nächstes will ich meine Pflege komplett auf →Ringana Produkte umstellen. Ringana ist ein österreichisches Label, welches in allen Bereichen auf Nachhaltigkeit setzt und deren Produkte & Philosophie mich überzeugt haben. Und dann will ich auch auf nachhaltigere Kosmetik setzen. Da ich aber wirklich noch viel Vorrat habe (Blog sei Dank), werde ich das erst mal Aufbrauchen/Verkaufen, bevor ich neue Sachen kaufe.

Das Gleiche bei Kleidung/Möbel: Was ich habe wird behalten und getragen, und erst, wenn was Neues angeschafft werden soll, überlege ich, wo ich was kaufe, was ich brauche und was am besten meinen Vorstellungen entspricht. →DariaDaria hat zum Glück extrem viel Vorarbeit geleistet, was nachhaltige Mode betrifft und ich werde mich da wahrscheinlich eng an ihre Erfahrungen & Empfehlungen halten. Das Rad muss schliesslich nicht neu erfunden werden.

Was ich auch machen will, ist mehr selber zu machen. Ich hatte im April viel Reserve und die Zeit dazu genutzt, wieder einmal zu nähen und es hat mir wirklich viel Spass gemacht. Momentan habe ich noch Stoffe zu Hause von früher, aber auch hier will ich, wenn ich mir neue kaufe, versuchen auf ökologische Produktion zu setzen. Aber nicht nur einfache Kleidung/Accessoires will ich selber machen, sondern auch kleine Änderungen im Alltag. Als Inspiration hierzu dient mir vor allem der Blog von →Wastelandrebel. Meine Erfahrungen und Resultate werde ich natürlich gerne mit euch teilen.

Was hast du denn bis jetzt gemacht, dass du auf einmal «noch grüner» sein willst?

Ziemlich sicher zu wenig, sonst wäre ich ja bereits grün ;) Ich habe aber immer mal wieder kleine Änderungen gemacht, die kaum mehr (oder teilweise sogar weniger) gekostet haben und dabei gemerkt, wie unkompliziert ein nachhaltigerer Lifestyle sein kann. Anderseits fliege ich jetzt seit einem Monat wieder und musste mich aktiv bemühen, nicht zurück in alte Muster (sprich: gedankenloser Konsum als Hobby) zu fallen.

Einige Dinge habe ich aber im Laufe der Jahre etabliert und die sind jetzt genau so normal wie Zähneputzen am Abend. Diese sind:

  • Daheim esse ich (fast) vegan. Leider liebe ich nach wie vor normale Milch im Kaffee, die Suche nach Alternativen ist aber noch nicht abgeschlossen!
  • Den Wechsel von normalen Strümpfen zu den →Bio-Strümpfen der Migros – diese sind bequem, chic & nicht teuer. Meine absolute Kaufempfehlung!
  • Kein Auto zu besitzen. Wobei dies wohl eher auf meinen Mangel an Geld und Spass am Fahren zurückzuführen ist. Aber auch wenn sich das eine oder andere ändert: Solange ich in der Stadt lebe, brauche und will ich kein Auto.
  • Statt verarbeitetem Augenmakeupentferner nutze ich Bioöl aus Schweizer Produktion (Rapsöl oder Sonnenblumenöl).
  • Ich habe →von Papier- auf Stoffservietten gewechselt (dabei aber den Fehler gemacht und nicht auf nachhaltig produzierte Ressourcen geschaut…).
  • Ich bin immer noch total in →die Schuhe von Veja verliebt!
  • Mein Balkongärtchen macht mir & Insekten gleichermassen Freude.
  • Ich habe aufgehört, meine Haare zu färben.
  • Wenn ich länger unterwegs bin, nehme ich →meine Sigg-Flasche mit, die ich überall auffüllen kann.

Mein Ziel ist es, dass die Liste langsam weiter wächst und der Wechsel zur mehr Nachhaltigkeit ganz normal läuft und mir sogar Spass macht. Und es würde mich natürlich wahnsinnig freuen, dich auf dieser Reise dabei zu haben – über Feedback, Tipps & Erfahrungen freue ich mich immer!

4 Comments

  • Reply
    Nicole
    3. Mai 2017 at 08:55

    Ich finde deinen Beitrag super und amüsant zu gleich. Seit einiger Zeit mache ich mir ähnliche Gedanken. Zum einen was Lebensmittel anbelangt (Bio & Regional), aber auch den Umgang sonst mit der Umwelt. Mein Anfang aktuell: PET reduzieren, dafür Glas-Flaschen und keine unnötigen Plastiksäcke, Servietten, Plastikgeschirr etc. mehr, dafür schleppe ich meinen Jutebeutel überall mit mir rum (Klischee hoch zehn). :) aber hey, es macht Spass. Und meine Liste wird auch noch länger…

    • Kristina
      Reply
      Kristina
      3. Mai 2017 at 15:53

      Huhu Nicole — cool, beschäftigst du dich auch damit! Regional & bio ist super, bei mir im Quartier gibt es sogar so eine Art Kooperative, wo ich mich gestern angemeldet habe und nun jede Woche 2kg frisches Gemüse bekomme. Vielleicht gibt es das ja auch in Winti? Und ja, überall Wasser mitnehme und keine Plastiksäckli mehr ist auch wichtig. Wenn dies alle so machen würden, wären wir bereits einen Schritt weiter. Ich finde, man kann echt viel machen, wenn man sich Zeit nimmt & sich informiert. Ich versuche diesen Monat einfach mal jeden Tag was zu machen und bin gespannt, wie viel ich dabei lerne :) gestern habe ich zB der Verwaltung geschrieben, damit wir einen Kompost/Bio-Müll bekommen & erste Naturkosmetikprodukte gekauft. Heute verzichte ich bewusst auf to-go-Artikel, etc. :)

  • Reply
    Anita
    3. Mai 2017 at 21:12

    Kristina, Liebes, das hast du echt auf den Punkt gebracht. Glamour ist ein Gefühl und das kann ein feiner Cocktail in toller Gesellschaft sein. Um nachhaltig und bewusst zu leben musst du nicht super öko sein, aber dich für das was du konsumierst interessieren und schauen, wo du etwas einkaufst. Ich kaufe beispielsweise sehr gerne Sachen second hand ein. Man findet so tolle Sachen in Brockis oder Flohmärkten, einfach mal die Augen aufmachen.

    PS: freue mich auf unseren Event morgen :-)

    Anita
    http://www.uneprisedeluxe.com

    • Kristina
      Reply
      Kristina
      3. Mai 2017 at 21:20

      Absolut – second hand ist wahrscheinlich sogar die ökologiste aller Arten, einzukaufen. Daran werde ich mich auch bald wagen, wenn auch nur in der un-sexy Form eines kleines Kompostkübelchen zum wöchentlichen Sammeln von Schnittresten & Kaffeesatz ;) Ich freue mich auch auf Morgen! <3

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    not all those who wander are lost