Duft & Haare schönheit

EINE DUFTGESCHICHTE – VON NOFRETETE ZU BLACK OPIUM

Der Winter kommt bald und mit ihm wärmendem Tee, schwere Parfum und opulente Duftkerzen… Zeit, dich auf einen Exkurs durch die geheimnisvolle Geschichte des Parfums zu nehmen und ein neu entdeckter Duft zu präsentieren. Sei gespannt!

YSL Opium
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Gehen wir zurück ins Alte Ägypten, eine Frau regiert das mächtige Land. Nein, nicht Cleopatra sondern 1000 Jahre früher die Pharaonin Hatschepsut. Übersetzt bedeutet Hatschepsut „Die erste der vornehmen Frauen“ – passend also, dass unter ihrer Herrschaft (1479 bis 1458 v. Chr.) parfümierte Cremes und Wachse erstmals nicht nur zum Balsamieren der Toten oder als Geschenke fürs Jenseits sondern zur Körperpflege verwendet wurden. Die Parfüms wurden zwar weiterhin von Priestern hergestellt, sie sollten nun aber auch den Lebenden helfen, die Harmonie von Innen und Aussen zu stärken. Ein Sinnbild dieses neuen Ideals ist die wunderschöne Büste der Nofretete. Entrückt und anmutig ist sie auch nach heutigen Massstäben ein sinnliches Schönheitsideal.

Berühmt ist die opulente Duftmischung „Kyphi“, welche Harze von Weihrauch, Styrax Amber, Benzoe, Oud & Myrrhe aber auch Ingwer, Kalmus (eine alte asiatische Heilpflanze), Zimtrinde, Sandelholz und Rosenblätter und sogar Wein und Rosinen enthält. Duftträger war Öl. Auch in anderen Hochkulturen wurden Düfte gerne und oft benutzt. Im Indischen Kamasutra hat es sogar einen Teil zur Aroma-Therapie. Dass Gerüche also eine erotische Komponente haben, ist alt bekannt!

In Westeuropa wurden Parfums erst mit den Kreuzzügen im 12. Jahrhundert bekannt. Venedig etablierte sich zum Umschlagplatz von Rohstoffen, Kunst und filigranen Flacons, die mit einem süssen Versprechen gefüllt waren… Übrigens gelangt auch die typische Parfum-Pflanze Jasmin erst in der Renaissance von der Türkei über Venedig nach Mitteleuropa.

Gefördert wurde die Alchimie in Westeuropa erst durch Caterina de‘ Medici, die Frau des damaligen Königs von Frankreich Heinrich II. 1580, noch während ihrer Lebenszeit, eröffnet der Alchimist und Apotheker Francesco Tombarelli in Grasse ein Laboratorium zur Herstellung von Düften. Damit wurde nicht nur der Grundstein zum Aufstieg von Grasse ‚la capitale mondiale du parfum‘ sondern überhaupt die Basis für die europäische Parfümindustrie gelegt. Bis zur Französischen Revolution wurde noch klar zwischen Parfüm für den Adel und Parfüms für die Bourgeoisie (Bürger) unterschieden; letzteres sollte lediglich die Luft desinfizieren. Die in allen Schichten existierende Befürchtung, dass man beim Waschen von im Wasser schwimmenden Keimen befallen werden könne, förderte den masslosen Einsatz von den Duftwässerchen.

Marokko

Eines der ersten Parfums, das die lange Duft-Geschichte in einem Flacon vereinte, war und ist der Duft ‚Opium‘ von Yves Saint Laurent. Durch seine Nähe zu Marokko und der arabischen Kultur, kreierten die Parfümeure Jean Amic und Jean-Louis Sieuzac de Roure 1977 einen orientalischen Duft der Extraklasse. Nach ‚Chanel N°5‘ ist ‚Opium‘ der zweitmeist-verkaufte Duft überhaupt. Und vielleicht hast auch du ihn schon ausprobiert oder deine Mama oder Oma trägt ihn? Ich lernte ihn als kleines Mädchen bei meinem Grosi kennen. Wie viele Frauen ihrer Generation war auch sie dem opulenten Duftbouquet verfallen.

Als ich dann ins Alter der Parfüm kam, tastete ich mit frischen, süssen Noten an die Düfte ran. ‚Opium‘ habe ich zwar auch immer wieder ausprobiert, so richtig überzeugt hat mich der Duft aber trotz dem geheimnisvollen Versprechen ferner Länder und langen Nächte nicht wirklich. Da es vielen jungen Frauen ähnlich zu sein scheint, hat YSL diesen Herbst nun die Neuinterpretation →‚Black Opium‘ lanciert, die ohne Werbung komplett an mir vorbeigezogen wäre. In irgendeinem Magazin fand ich ein Mini-Pröbchen, probierte es ohne Erwartungen aus und war positiv überrascht. Der opulente ist durch fruchtig-frische Akzente verjüngt worden, behält dank den Basisnoten Vanille und Kaffee aber einen warmen, einlullenden Charakter.

ysl black opium
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Bisher war mein orientalischster Duft ‚Jasmin Noir‘ von Bvlgari, eines meiner absoluten Lieblingsparfums. Ich werde ‚Black Opium‘ jedenfalls noch einmal testen und schauen, ob es mich verführen kann oder nicht. Hast du es bereits ausprobiert, gefällt es dir oder nicht?
[kristina]

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