Delhi essen & trinken flight attendant Lebensart

EIN MANGO CHUTNEY AUS INDIEN // MY LIFE AS A
FLIGHT ATTENDANT (15)

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Das schöne am Fliegen ist unter anderem die Abwechslung: immer wieder neue Passagiere, Crews und Destinationen. Im Sommer flog ich währen zwei Monaten jedoch nur Delhi – Mumbai – Mumbai – Delhi und hatte somit die Chance, die Destinationen noch intensiver kennenzulernen.

Schon der Flug ist ein Erlebnis für sich, tragen die Frauen doch statt Jeans und Shirts bunte Saris und klimpernde Armreifen und manche Männer Turban. Auch Mönche fliegen immer wieder mit uns. Noch farbenfroher sind nur die Strassen Indiens: Limonadenstände reihen sich neben Zeitungs- und Blumenhäuschen, daneben warten Frauen in glitzernden, pinken, reichbestrickten, kobaltblauen, sonnengelben oder grünen Saris auf den Bus. Immer wieder sieht man Kindern in adretten Schuluniformen rumrennen und lachen.

All das beobachte ich am liebsten aus einem Tuktuk, den kleinen, dreirädrigen Taxis, die sich halsbrecherisch einen Weg durch den dichten Verkehr bahnen. Immer wieder werden sie von Mofas überholt, wo die ganze Familie Platz findet oder überholen selber buntbemalte und üppig verzierte Lastwagen. Autofahren in Indien ist eine Kunst für sich. Ich bin jeweils froh, heil eine Strasse überquert zu haben oder vom Tuktuk am abgemachten Ort unfallfrei abgeladen zu werden.

Jetzt im Sommer ist es in Indien heiss & nass, gemütliches Sightseeing fällt daher weg. Was eigentlich schade ist, denn Indien hat Highlights, welche kaum zu toppen sind. Die Tempeln & Grabstätten sind wunderbar, im Winter besuchte ich sogar einmal das Taj Mahal – ein traumhaftes Erlebnis. Im Sommer entspanne ich mich deshalb in Mumbai gerne im wunderbaren Crew-Hotel Leela Kempinski. Hier lasse ich mich mit Aroma-Massagen verwöhnen oder gönne mir ein spezielles JetLag-Treatment. In Delhi habe ich neue Restaurants und Fruchtmärkte entdeckt und mich der indischen Küche gewidmet.

Ich erinnere mich noch gut daran, als ich bei meinem ersten Delhi-Nightstop als Gericht das Abend-Buffet wählte, um mich durch die Geschmäcker und Gewürze durchzuprobieren. Die verschiedenen Masala-Mischungen für die Currys, der Tofu-ähnliche Paneer-Käse als leckere Fleischalternative und natürlich die köstlichen Linsen-Dals, zusammen mit dem indischen Fladenbrot Naan genossen, sind nur eine kleine Auswahl der abwechslungsreichen Küche. Heute gehören indische Menus zu meinen liebsten und Zuhause versuche ich ab und zu sogar, das ein oder andere Gericht nach zu kochen. Ausserdem hat Indien die süssesten Mangos der Welt. Wer sie nie probiert hat, glaubt es kaum. Doch ich konnte alle bekehren – besonders die Alfonso-Mangos begeisterten Eltern, Mitbewohner und Freunde gleichermassen. So gehört jetzt auch das Mango-Kaufen zu meinen Aufgaben in Indien.

mangochutney

Mit Früchten ist es aber so ein Ding, manchmal erwischt man zu reife oder werden beim Transport gequetscht, so dass sie Zuhause schnell zu faulen beginnen. Dann mache ich ein Mango-Chutney daraus, eine süsse Verführung die zum Grillen, zu Currys und zu Käse passt und bestimmt auch mit Mangos aus anderen Ländern köstlich ist. Dazu einfach 2-4 Mango schälen und in kleine Würfel schneiden. Eine Zwiebel, zwei Knoblauchzehen und ein etwa Daumengrosses Stück Ingwer klein schneiden. Zwiebeln, Knoblauch und circa 50g Zucker in Olivenöl anbraten. Gewürze (ich habe circa 1TL Zimt, 3 Nelken, 2 TL Currypulver, etwas Chilipulver, je eine Prise Anis und Kardamom, 2 Lorbeerblätter und -optional- Graham Marsala verwendet) und Ingwer kurz mitrösten lassen, so dass sich die Gewürze entfalten und die Küche duftet. Dann sofort mit 50ml Apfelessig und 4-6 EL Wasser ablöschen. Die Mango-Würfel dazugeben und unter regelmässigem Umrühren 35-40 Min. köcheln lassen und nach eigenem Geschmack abschmecken. Entweder gleich geniessen oder in heiss ausgespülte Marmeladen-Gläser fühlen. Zuschrauben, auf den Kopf stehlen, abkühlen lassen. Im Kühlschrank bleibt das Chutney dann lange haltbar.

Guten Appetit und tolle Flüge! शुभकामनाएं
ps: you can find this column also →in English.

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1 Comment

  • Reply
    Kiss & Make-up
    22. September 2014 at 13:02

    So you don’t just gather travel experience, you also gather cooking ideas :-) This sounds yum!

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    not all those who wander are lost