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Das «ABC» des Fliegens – Begriffe aus dem Alltag von Flight Attendants

Das ABC des Fliegens: Begriffe aus dem Alltag von Flight Attendants

Das Leben von uns Fliegenden ist für «normale» Menschen manchmal nicht so ganz zu verstehen. Nicht genug, dass unser Alltag komplett unalltäglich scheint und ein →Musical in NYC so normal ist wie →Cocktails in Singapur, nein, dann sprechen wir auch noch so komisch! Erzählen wir von unserem Job, schaut der Gegenüber nicht selten wie ein Fragezeichen. Woher soll dieser auch ahnen, was es mit dem Eco-Galley auf sich hat oder warum der Ferry Flight doch nicht so entspannt wie erhofft?!

Um mit einigen Begriffen aufzuräumen und etwas Klarheit zu unserem eigentlich ganz normalen Wahnsinn zu schaffen, hier darum das längst überfällige Flieger-ABC:

A ~ Alpha, Bravo, Charlie, Delta, Echo

Das offizielle →Fliegeralphabet wird im Alltag häufig genutzt. So sitzt ein Gast z. B. nicht auf «8 A» sonder «8 Alpha» und auch das Flugzeug hat einen wilden Namen à la Juliett Mike Charlie.

B ~ Briefing

Vor dem ersten Flug des Tages gibt es ein Briefing, wo behandelt wird, wer auf welcher Position arbeitet, wie viele Passagiere erwartet werden, ob es spezielle Passagiere (solche mit Status, VIPs, Geburtstage etc.) gibt, wie das Wetter wird und die Flugroute aussieht. Bei jedem Briefing ist zudem das Repetieren eines Safety-Themas Pflicht. Und: Die meisten Kollegen lernt man erst beim Briefing kennen, da man immer wieder mit anderen fliegt.

C ~ CMD

Was im Volksmund als «Pilot» und «Kopilot» bezeichnet wird, heisst korrekt eigentlich Commander (CMD) und First Officer (F/O). Pilot sind beide, Hauptverantwortlicher (aka Chef) für Flug und Crew aber der Commander.

D ~ Deadhead

Wenn du zur Positionierung als Passagier fliegst und du dich trotzdem benehmen musst ;)

E ~ ETD & ETA

Die estimeated time of depature ist die geplante Abflugszeit, analog dazu steht das ETA für die planmässige Ankunftszeit (estimated time of arrival). Die Zeiten sind nicht zu eng zu sehen – fällt nämlich in China ein Reissack um, kann dies sehr wohl Auswirkungen auf die Pünktlichkeit in Zürich haben.

F ~ Ferry Flight

Ein Flug, der nur dazu dient, das Flugzeug zu positionieren und darum ohne Passagiere stattfindet. Nach langen Arbeitstagen der Traum jeder Flight Attendant, in Wirklichkeit aber ernüchternd langweilig.

G ~ Galley

Die englische Bezeichnung für Bordküche wird also Vokabular oft verwendet und man merkt gar nicht, wenn Passagiere oder Bekannte keinen Schimmer haben, was man da wieder erzählt.

H ~ Hotels

Die ausländischen Hotels müssen mindestens 4-, je nach Land sogar 5-Sterne-Standard haben. Stammgast in den Hyatts & Hiltons dieser Welt zu sein, gehört definitiv zu den glamourösen Seiten des Jobs!

I ~ iPad

Die Digitalisierung macht auch bei uns nicht halt: Alles Wichtige zum Arbeitstag (Flugzeiten, Namen und Ratings der Crewmember, Besonderheiten des Flughafens, Adresse des Hotels, Passagierlisten usw. usf.) haben wir in Zwischenzeit gebündelt in einer App. Das →iPad gehört also zu unserem Arbeitstag wie Kaffee und Hot Meals verteilen.

J ~ Jetlag

Bester Freund und ärgster Feind von uns Fliegenden ist der Jetlag. Nachtflüge werden durch die verschobene Zeit noch härter oder aber entspannter, je nach innerer Uhr und Flugzeit kennt man die Destinationen primär am Tag oder nur in schriller Neon-Nachtbeleuchtung.

Aber ganz ehrlich: Jetlag kann einen nicht davon abhalten, die Welt zu erkunden, oder?!

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K ~ KSML

Das Kosher Meal ist eines der vielen Spezialessen, dass man gratis vorbestellen kann. Ausser der Besonderheit, dass die Herstellung extrem kompliziert ist, ist das KSML das einzige Spezialessen, das auch für Europaflüge in der Eco bestellt werden kann. (Alle anderen Spezialessen gibt es nur auf Langstrecke bzw. in der Business-Class)

L ~ LX

Die Abkürzung LX vor den Flugnummern steht für Swiss.

Entspannt Fliegen

M ~ Meals

Je nach Flug und Klasse gibt es auf bei der Swiss unterschiedliches Essen. Für die Crew gibt es auf Europaflügen eine sogenannte «Crew-Schublade» mit Salat, Früchten und warmen Essen. Bei Langstreckenflügen sind die zusätzlich zur Auswahl geladenen Business-Class-Meals unser Essen.

N ~ No Show

Ein No Show ist ein Passagier, der nicht auftaucht. Geschieht dies ohne Grund, verfällt der Flug und man hat keinen Anspruch auf eine Umbuchung oder Rückerstattung.

O ~ OPC

Im OPC-Gebäude (ausgesprochen Ops) neben der Ankunft 1 am Flughafen Zürich liegen die Briefingsräume, Wäschefacher und Büros. Dort beginnen und enden alle Arbeitseinsätze von uns Fliegenden.

P ~ Passagierliste

Ja, die Passagierliste gibt es. Da drauf steht der Name, die Sitznummer, Besonderheiten wie Spezialessen, Hund im Cargo etc., Anschlussflüge und falls vorhanden der Status. Also ja, wir können problemlos nachschauen, wer sich schlecht benimmt ;)

Q ~ Quality Ambassador

Um die Qualität hochzuhalten, setzt die Swiss Quality Ambassadors für die Produkte Economy, Business, Duty Free Sales und Uniform ein. Melden für diese Teams können sich Flight Attendants freiwillig und je nach Quality-Team hat man im Jahr verschiedene Veranstaltungen und Aufgaben.

R ~ Roaster

Mit dem monatlichen Einsatzplan (=Roaster) steht und fällt die Liebe zum Job. Stehen nur Europaflüge ohne Night-Stops auf dem Programm, wird der Monat harzig, fliegt man aber mit coolen Crews um die Welt, fühlt sich die Arbeit wie Ferien an.

S ~ Sake, Sushi & Co

Nach Japan gibt es Sushi in der First, Sake in der Business und Onigiri in der Eco. Auch für die Crew immer ein kulinarischer Höhenflug!

Mehr →Eindrücke von Tokyo

T ~ Tomatensaft

Tomatensaft gibt es bei der Swiss bei Europaflügen nur in der Business Class. Aber hey, auf Langstrecke gibt es Tomatensaft, Schnäpse und Prosecco auch in der Eco und das erst noch gratis!

U ~ Urlaub und frei

Vier Wochen gibt es für junge Flight Attendants, Freitage hat man mindestens 9 im Monat. An Feiertagen wird natürlich gearbeitet, Kompensation dafür gibt es nicht extra.

V ~ Vergnügen

Manchmal ist Fliegen weniger Arbeit und mehr Vergnügen (z. B. bei einer →Safari in Südafrika oder →Sonnentanken in Miami). Aber es kann sich auch andersrum anfühlen. Ich liebe meinen Job, hatte aber auch →genug Gründe, zwei Jahren zu pausieren und was anderes zu machen.

W ~ WK

Steht WK vor der Flugnummer, ist es ein Edelweiss-Flug. Auch wenn manchmal eine Swiss-Crew europäische WK-Destinationen anfliegt, wird der Service entsprechend des Edelweiss-Standard durchgeführt.

Y ~ Y-Class

Y steht für Economy, das C für Business und F für First. Als Swiss Flight Attendant hat man den Luxus, sowohl in Y- wie C-Class zu vorteilhaften Tarifen privat reisen zu können.

Z ~ ZFlüge

Um die Qualifikationen up to date zu halten, muss jede/r Flight Attendant jährlich zwei Tage ins →Safety- & Medical-Training und jeden Flugzeugtyp mindestens alle sechs Monate fliegen. Ist diese Frist abgelaufen, warten sogenannte ZFlüge mit einer langen Checkliste auf einen.

Welche Begriffe verstehst du jeweils nicht, wenn du mit jemanden von der Fliegerei sprichst? Und was sind die typischen Insider-Worte deiner Branche? 

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