flight attendant Lebensart Reisen

Ab in die Ferien: Alles für einen entspannten Flug!

Jetzt hat die Ferienzeit begonnen und es hat mehr Menschen unterwegs als sonst. Das ist toll, zum einen, weil man ja vielleicht selber zu den glücklichen gehört, die in die Ferne schweifen, zum anderen aber auch, weil Feriengäste oft fröhliche Passagiere sind. Was ich aber immer wieder merke: Oft sind Menschen, die nicht häufig fliegen, unpassend angezogen, mit den Benimmregeln über den Wolken nicht vertraut oder haben Wichtiges nicht dabei. Hier deshalb eine kleine Hilfestellung & Auflistung der wichtigsten Punkte.

Das Outfit für von A nach B

Im Flugzeug soll es bequem und praktisch sein. Zu bedenken gibt es folgende Punkte: Oft ist es im Flieger kalt, man sitzt lange, bläht auf und auch eine Evakuation ist (leider) immer möglich. Aufgrund dieser Gedanken sind lange Beinkleidung, also Leggings oder Hosen, eigentlich Pflicht. Wer auf ein Upgrade hofft, dem empfehle ich – gerade, wenn man keine Modelfigur hat – eher Hosen, zu finden bspw. →hier. Denn auch wenn andere Punkte meistens ausschlagend sind, kann ein unpassender oder passender Look der entscheidende Aspekt sein.

Alles fuers HandgepaeckLange Hose: Peter Hahn Green Cottom – Puder: Lavera – Hand Spray: Dr. Bronner’s – Trinkflasche: Sigg – Kugelschreiber: Caran d’Ache

Auch flache Schuhe, die beim Aufschwellen unkompliziert grösser gemacht werden können, gehören dazu. Wer Sandalen trägt, soll ein paar Socken mitnehmen, falls im Flugzeug mal wieder arktische Temperaturen herrschen. Ein bequemes, nicht zu enges Oberteil und eine Jacke, die bei Kälte kuschelig warm geben, runden den Look ab. Für Frostbeulen wie mich gehört auch ein Schal zu Ausrüstung. Idealerweise trägt man im Flugzeug ja eh einen Look, den man auf seiner Reise weiterverwenden kann.

Pflege und Make-Up über den Wolken

Im Gegensatz zu uns Flight Attendant dürfen die Passagiere ja kommen, wie sie wollen. Nach einigen Jahren Flugerfahrung, kaNn ich aber trotzdem ein paar Tipps geben, wie man nach 10 Stunden Flieger noch wie ein Mensch aussteigen kann ;)

Ins Handgepäck gehören auf jeden Fall Zahnbürste und -Pasta. Dann ein kleiner Handrefresher, wie z. B.→derjenige von Dr. Bronner’s. Natürlich wäre es besser, vor und nach dem Essen die Hände normal zu waschen. Wie wir aber alle wissen, ist das Schlangenstehen fürs WC im Flieger einfach extrem unpraktisch und nervenaufreibend…

Fürs Make-Up empfehle ich «weniger ist mehr»: etwas Puder, Wimperntusche und Lippenpflege sind mehr als genug. Ich habe festgestellt, dass, je mehr ich mich zukleistere, desto klebriger fühlt sich die Haut nach dem Flug an.

Essen & Trinken aka «Chicken or Pasta»?!

Ja, das Essen im Flugzeug ist so eine Sache. Hier deshalb mal ein paar Fakten: Als Passagier zahlt man primär für den Transport und nicht für die Verpflegung. Der Platz im Flugzeug ist eingeschränkt, eine Wahl ist deshalb ggf. nicht für alle möglich. Spezielles Essen bei Allergien oder bestimmten Diäten (vegetarisch, kosher, diabetes etc.) kann bei der Swiss gratis vorbestellt werden. Ich weiss aber, dass es immer wieder Fehler gibt und das Spezial-Essen deshalb nicht geladen wird. Deshalb: Nimm doch einfach einen kleinen Notfall-Snack mit, der für den Flug reicht. Nüsse, Datteln und Bananen zum Beispiel. Ist das Essen geladen, freut man sich meistens trotzdem über diese frische & gesunde Ergänzung.

Auch nicht vergessen darf man, dass der Kabinendruck dem auf Höhe eines Berggipfels entspricht und die Luftfeuchtigkeit gleich niedrig ist wie in der Wüste. Nur Alkohol oder Süssgetränke zu konsumieren ist hier also noch schädlicher als sonst. Ich selber nehme immer eine leere Flasche mit, die ich nach der Sicherheitskontrolle mit Wasser auffülle. Aber auch in der Boardküche gibt es immer genug Getränke und man darf auch ohne schlechtes Gewissen zu jeder Bestellung noch nach einem Glas Wasser fragen :)

Flugzeug-Knigge

Eigentlich gelten in der Luft die gleichen Benimmregeln wie überall. Ergänzt um ein paar Spezialfälle:

  • Das Essenstablett auf den Boden zu legen und es dort von der Flight Attendant auflesen zu lassen, ist unhöflich.
  • Vorhänge in einer Boardküche haben ihren Zweck. Meisten ruhen dort die Crewmitglieder, die nicht on duty sind. Sind sie also zugezogen bitte nicht zu laut in der Küche reden, PET zerdrücken (ist gut gemeint, aber einfach der falsche Moment) oder einfach mal so hinter die Vorhänge schauen.
  • Sich im Flieger zu betrinken ist niveaulos.
  • Der Sitz gehört einen nie nur alleine. Hintendran befindet sich der Tisch des anderen Passagiers, vorne sitzt auch jemanden. Auch die Armlehnen sind ein zu teilendes Revier. Ein etwas sachter Umgang mit dem eigenen Sitz und den Nachbarn gestaltet der Flug für alle angenehmer.
  • Das Schauen des Safety-Movies ist nicht eine nervige Pflicht, sondern etwas vom Wichtigsten für die eigene Sicherheit. Wer weiss, wo der nächste Notausgang ist & wo sich seine Schwimmweste befindet, ist im Ernstfall schneller draussen! Warum Menschen, die nicht oft fliegen, beim Safety-Movie wegschauen oder Musik hören, kann ich nicht nachvollziehen.
  • Mit ins Handgepäck gehört ein Kugelschreiber, alle Dokumente und Informationen zur ersten Unterkunft. Für viele Non-Schengen-Destinationen muss man nämlich eine Zollerklärung ausfüllen, die nichts mit einem gültigen Pass/Visa/ESTA o.ä. zu tun haben.

Unterhaltung – Langweile garantiert

Wer nicht einen Fensterplatz ergattert und sich so nicht der Schönheit des Himmels, der Farbenspiele der Sonne und der Vielfältigkeit der Landschaften hergeben kann, muss sich auf einem langen Flug irgendwie beschäftigen. Dazu gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Seine eigene Devices mitnehmen und so lange auf dem Laptop tippen, dem iPad Film schauen oder dem Handy Podcast hören bis der Akku leer ist.
  2. Ein Buch einpacken, darin eintauchen und har nicht merken, wie die Zeit fliegt. Ich lese auch immer gerne Reiseführer im Flugzeug, insbesondere weil ich meistens sehr planlos unterwegs bin.
  3. Schlafen. Mit einem Nackenkissen, Ohrenstöpsel oder einer beruhigen Playlist und einer Schlafbrille geht dies meiner Meinung auch in der Eco und auch am Tag. Ich habe jedenfalls schon ein paar Flüge fürs Energietanken genutzt.

Nicht nur verlassen sollte man sich auf das Entertainment-System des Flugzeugs. Dies kann immer wieder ausfallen, es kann sein, dass man alle Filme schon gesehen hat oder – wenn man grosses Pech hat – plötzlich 10 Stunden vor einem schwarzen Screen sitzt…

Ich hoffe, die Tipps verhelfen dir zu einem entspannten Ferienstart! 

1 Comment

  • Reply
    Ana
    7. Juli 2017 at 19:43

    Was ich schon immer wissen wollte: wer regelt eigentlich die Temperatur im Flieger? Denn meistens ist es ja stickig und heiss oder dann schon wieder fast arktisch kalt.

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    not all those who wander are lost