flight attendant Lebensart

5 Dinge, die als Flight Attendant besser sind

5 Dinge, die als Flight Attendant besser sind.

und 5 Dinge, die im Büro tausend Mal angenehmer sind.

 

Könntest du nun mal schreiben, wie es dir geht? Wie du die Zeit jetzt empfindest und ob du das Reisen vermisst, Vor- und Nachteile des Bürojobs.
Jasmin

Immer wieder werde ich gefragt, ob mir das Fliegen fehlt, ob mir das normale Leben gefällt. Auch ich überlege mir immer wieder: ist es jetzt besser? Lebe ich jetzt so, wie es mir entspricht? Noch habe ich keine klaren Antworten. Klar ist aber, dass es 5 Dinge gibt, die im Büro nicht annähernd so toll sind wir über den Wolken, es aber auch 5 Dinge gibt, die kein Mensch je vermissen wird und die ich froh bin, los zu sein.

5 Dinge, die als Flight Attendant besser waren und wie ich diese versuche in den Büroalltag integriere:

1. Stil

Sogar wenn du in einem Büro mit Dresscode arbeitest, wirst du dich nie so glamourös fühlen, wie wenn du mit deiner Crew durch einen Flughafen schreitest – die Stimmung am Flughafen, die Lust auf Neues, das Glück des Heimkommens, die Magie des Fliegens… Dazu stärkt die Unifom auch das Wir-Gefühl und lässt Beleidungen leichter abprallen, Arbeit und Freizeit sind dadurch klar voneinander getrennt.

Damit es auch im Büro mit dem Stil klappt, hilft meiner Erfahrung nach nur, selber Vorbild zu sein. Lieber Mad Men nacheifern als in Jogginghosen aufzukreuzen. Und das gleiche dann bitte auch fürs Fliegen leben: statt IKEA-Tasche in einen anständigen Koffer investieren. Das hat nicht nur mehr Klasse, sondern ist auch praktisch. Muss das Gepäck nämlich trotzdem aufgegeben werden (z.B aus Platzproblemen), bleibt es dir erspart, dich über kaputten oder verlorenen Inhalt aufzuregen.

2. Die Welt

Schnell in New York shoppen, in Hongkong tanzen oder dich in Indien verwöhnen lassen: was als Flight Attendant normal ist, ist für Büromenschen plötzlich ein teure Fernreise mit langen Flügen und nervigen Visas…

Damit das Fernweh trotzdem gestillt werden kann, entdecke ich jetzt halt Europa. Auch hier gibt es zahlreiche wunderbare Städte und damit meine ich nicht nur Paris, London & Berlin sondern beispielsweise Antwerpen, Krakau & Sarajevo. Preiswerte Bettchen finden sich bei AirBnb oder Couchsurfing, Tipps der Einheimischen sind da meisten inklusive.

3. Crazy Mitarbeiter

Menschen, deren Beruf das Fliegen ist, sind meistens verrückt. Gegen die langen Flügen hilft nur Humor – ob gut oder schlecht ist zweitrangig – und oft schüttet man während den Pausen in der kalten Boardküche das Herz einander aus. Übernächtigung sei Dank.

Ich habe es noch nicht geschafft, die gleiche Verrücktheit und Herzlichkeit ins Büro zu bringen. Was sich aber bewährt hat, sind Kaffeepausen als kleine Rituale einzuführen und ab und zu Kuchen oder Tischbomben ins Büro zu bringen. Wie man aber aus asozialen oder mürrischen Mitarbeiter Klassenclowns macht, ist mir immer noch ein Rätsel. Tipps sind willkommen!

4. Crazy Passagiere

Vielleicht liegt es an der Höhenluft, der Übernächtigung oder dem verflixten Tomatensaft: Passagiere haben oft das Bedürfnis, ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Nebst dem langweiligen Blabla hörte ich auch immer wieder Geschichten, die mich berührten, inspirierten oder bildeten. So erzählte mir ein Amerikaner von seinen Einsätzen in Afgahnistan oder ein Schweizer klärte mich darüber auf, dass praktisch alle hier in Beuteln käuflichen Oliven von seiner Firma abgepackt werden und gab mir noch gleich einen Crashkurs in Olivenkunde dazu.

Um auch am Boden nicht ganz den Bezug zu den verschiedensten Menschen zu verlieren und meine Allgemeinbildung etwas zu fördern, quetsche ich gerne mal meine Mitarbeiter aus, lese interessante Biografien und vielseitige Magazine.

5. Abwechslung

Nicht nur die Städte und Kulturen, auch die Teams, die Einsätze und Arbeitszeiten sind als Flight Attendant immer anders. Time flys – über den Wolken wirklich mehr als im Büro!

Aber Abwechslung lässt sich, zumindest im kleinen, relativ einfach in den Alltag integrieren. Eine andere Route nehmen, ein neues Café ausprobieren, die unbekannte Frucht im Migros kaufen oder das unausprechliche Gericht beim Asiaten bestellen.

5 Dinge, die niemand jemals vermissen wird:

1. JetLag und latenter Schlafmangel

Nachtflüge sind hart, kalt und lang. Und die Zeitzonen meistens eher Feind als Freund.

2. Reserve-Dienst

Du hast den Flugplan, deine Lieblingsdestination ist Ende Monat geplant. Zuvor hast du aber noch einen Block Reserve. Alle sind krank. Du musst einspringen, fliegts kreuz und quer, deine Lieblingsdestination wird aus dem Plan gestrichen, den Abend mit deinen Freundinnen musst du absagen, und wenn dich jemand fragt, wann du wieder Zeit hast, antwortest du mit Schulterzucken. #Yeah

3. Sprachprobleme

Gäste, welche weder ein Wort Englisch noch Deutsch noch irgend eine lateinische Sprache sprechen, sind während des Services ok, beim Ausfüllen der Zollerklärung mühsam bis illegal und bei gesundheitlichen Problemen plötzlich gefährlich. Spass macht das Arbeiten so jedenfalls nicht.

4. Frühdienst

Und damit meine ich so richtig früh. So, dass ich beim Aufstehen meine Mitbewohnrin mehrmals kreuzte, als sie vom Ausgang heimgekommen ist. Und wir sprechen hier von Bern, wo die Clubs früh zu tun und es praktisch keine Afterpartys gibt.

5. Flugzeug WCs

Es ist ehrlicherweise nicht so, dass es in unserem Büro ein schönes WC hat. Und ja, wir mussten den Kids (aka Praktikanten aka Buben, die frisch aus dem Hotel Mama kommen) erklären, wie man WC-Bürsteli und Raumspray benutzt. Aber hey, immerhin steht niemand auf den WC-Ring zum Ka**** oder verfehlt wegen Turbulenzen um einige Meter…

So, noch fragen?

Alle Posts zu meinem Leben als Flights Attendant

4 Comments

  • Reply
    Jullye
    6. März 2016 at 15:36

    Mega toll gschriebe liebi Kristina, hoffe dir geits guet?!
    Schöne sunndig, Im off to PMI, #yeahh ✌?️??

    • Kristina
      Reply
      Kristina
      6. März 2016 at 23:20

      Es geit mr guet, Merci. Aber vermisse d Wäut scho sehr… Hoffe, du hesch e gute Flug gha? Pass uf di uf & bis hoffentlech gli widrmau!

  • Reply
    Karin
    6. März 2016 at 17:04

    Ah sehr cool geschrieben. Schwelge in Erinnerungen von anno dazumal (1998-2001?).

  • Reply
    Kiss & Make-up
    7. März 2016 at 10:54

    I am in Japan since last Sunday and it took me DAYS to get over the jetlag! So that is something I would definitely not be able to deal with if I were a flight attendant. But there are some really big advantages to flying around the world as well, of course.

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    not all those who wander are lost