Lebensart Nachhaltigkeit persönlich

30 Tage Nachhaltigkeit – erste Veränderungen, Erkenntnisse & Käufe

30 Tage nachhaltig Leben – der Beginn eines neuen Lebens

Kaum geschminkt, «neues» Second-Hand-Hemd & überglücklich <3

Erstens möchte ich mich entschuldigen, dass ich so lange nichts gepostet habe. Über einen Monat ist es nun her, dass ich beschlossen habe, nachhaltiger zu leben. Zeit, in der ich locker die Welt gerettet habe (nicht!) & nebenbei noch ein bisschen rumgekommen bin, wie du vielleicht auf →Instagram oder →Facebook gesehen hast.

Auch wenn ich die Welt in 30 Tagen nicht gerettet habe, habe ich mich doch bemüht, sie im Kleinen zu verbessern. Und dabei mein erstes, wichtiges Erkenntnis gehabt: Du musst dort anfangen, wo es dir leicht fällt! Welches übrigens schnurstracks vom Zweiten gefolgt wurde: Niemand ist und wird perfekt, schon gar nicht ich. Was ich damit sagen will? Auch wenn ich versuche, Verhaltensweisen anzupassen, mache ich viele Fauxpas & Fehler. Und ich fange an, die Dinge zu ändern, deren Wirkungen vielleicht nicht am grössten sind, deren Umsetzungen mir aber leicht fallen. Ein Beispiel dazu: Während ich jetzt immer meine Sigg-Flasche dabei habe für Wasser, scheitere ich beim Mitnehmen eines Mehrwegbechers für Kaffee kläglich. Klar, ich will das anpacken & ändern. Aber leider schaffe ich nicht alles von heute auf morgen. Für andere mag dies vielleicht lächerlich sein, für mich aber ein schwieriger Schritt. Dafür habe ich praktisch über Nacht aufgehört, mich stark zu schminken und nutze nun im Alltag nur noch Puder, Brauenstift & Lippenstift (beides Naturkosmetik) und Wimperntusche (weiterhin die von Clarins). Mein Make-up und all meine Nagellacke habe ich verschenkt oder verkauft. Die Schwierigkeit einer Veränderung misst sich also nicht an objektiven sondern an subjektiven Kriterien! Das finde ich sehr wichtig! Und ich möchte auch niemandem dozieren, dass wir die Welt retten müssen. Natürlich fände ich es toll, wenn sich alle ein bisschen mehr bemühen und überlegter konsumieren würden. Aber der Entscheid dazu liegt bei jeder/m einzelner/n!

Nach dieser langen Einführung aber nun endlich zu den Dingen, die ich bereits geändert habe. Diese Veränderungen sind mir übrigens erstaunlich leicht gefallen sind:

1. Ein Gemüsekorb aus der Region abonnieren

Mit dem →Dunkelhölzli habe ich ein kollektiv gefunden, das nachhaltig produziert. Und da ich das Gemüse selber abhole (meistens mit dem Velo, seltener mit dem Bus), hat es auch kaum Transportemission. Eine →gute Übersicht für Gemüseabos in der Schweiz gibt es bei ortoloco.

Frisches Gemüse im Abo

2. Adé hundert Schichten Make-up, hallo ich

Durch das Weglassen eines Grossteils meiner Schminke, stehe ich nun noch mehr zu mir – zu meinem Aussehen aber auch zu meinen Moralvorstellungen. Wenn Tiere für meine Schönheit leiden müssen oder die Gewässer durch Mikroplastik verschmutzt werden, zerstört dies langfristig meine Ausstrahlung. Nur bei der Wimperntusche bin ich ratlos – kennt jemand von euch eine Naturkosmetik-Wimperntusche, die wirklich wasser- und schmierfest ist und den Wimpern Länge schenkt?

Dass ich mich weniger schminke, folgt auch dem sehr befreienden Schritt vom Januar, meine Haare nicht länger zu färben. Übrigens: Sowohl auf meine grauen Strähnen wie auch den natürlicheren Look habe ich fast nur positive Rückmeldungen gehabt – etwas, was mich total erstaunt hat. Innerlich habe ich mich nämlich bei beidem auf zahlreiche Diskussionen vorbereitet.

3. Nur noch nachhaltige Kleidung & Accessoires kaufen

Ein Schritt, der mir insofern leicht gefallen bin, da ich nicht mehr die grosse Shopperin bin und meinem Kleiderschrank bereits viele Lieblingsteile hängen. Gekauft habe ich mir trotzdem einiges:

  • «Flughafenschuhe» von Will’s Vegan Shoes: Die Schuhe müssen sowohl uniformkonform sein wie auch mir gefallen. Das gefundene Modell ist hübsch und bequem, auch wenn ich es im Vergleich zu früheren, schwarzen Pumps, als weniger chic & gemütlich empfinde. Trotzdem: Sobald meine die Schuhe kaputt sind (sie halten bei mir im Normalfall 6 bis 12 Monate), werde ich sie mir nachbestellen.
  • Sportschuhe Adidas by Stella McCartney: Dass grosse Mode nachhaltig sein kann, beweist Stella McCartney schon lange. Dank ihrer Adidas-Kollektion sind nun sportliche Teile auch für Normalos bezahlbar. Die Schuhe habe ich mir aus der Überlegung gekauft, dass ich auf Rotation nur noch ein paar Sneaker mitnehmen will, die sowohl zum Sightseeing-Look passen wir auch fürs Joggen/Fitness geeignet sind. Bequem sind die Schuhe so mässig, ich hoffe, dass sie sich nach ein paar Tagen eintragen noch etwas besser anfühlen.

Everyone can do simple things to make a difference, and every little bit really does count. Stella McCartney

  • Regenjacke von Columbia: Die Jacke habe ich schon länger als PR-Sample bekommen, aber noch nicht vorgestellt. Hergestellt aus 21 PET-Flaschen hält sie nachhaltig und stilvoll trocknen und wird mich fortan auf meinen Reisen, Wanderungen & Spaziergängen begleiten. Das weisse, sportive Design ist auch perfekt für die Stadt, wie bspw. →Anina Mutter auf Instagram zeigt.
  • Hosen, Seidenhemd & Jupe von T2, einem Second Hand Shop in Antwerpen: Antwerpen ist für mich ein Paradies für Schnäppchen! Die Karohose sprüht von 50ies Flair und das Seidenhemdchen ist perfekt für heisse Tage. Zum Shop muss ich mir zwar noch einen Unterrock kaufen (→Hess Natur hat bspw. schlichte Stücke), aber da ich für die drei Stücke je 3 Euro bezahlt habe und sie perfekt sitzen, bin ich mehr als happy über die Funde :)
  • Jutebeutel von work + shelter: Nein, ich bin nicht zum Oberhipster oder Megaöko geworden, aber Jutebeutel sind beim Fliegen & Reisen einfach mega praktisch, weil sie im Koffer kaum Platz brauchen und leicht sind. Da mein alter, ein Teil eines Pressegeschenkes von L’Occitane, verwaschen und langsam unansehnlich wurde, habe ich spontan einen wunderbaren Jutebeutel mit schönem Elefantendruck im →Greenheart Fair Trade Shop in Chicago gekauft. Die Taschen werden nachhaltig in Indien produziert und die Näherinnen erhalten eine Ausbildung, um ihnen zu ermöglichen aus dem Rad der Armut auszubrechen. Mehr zu den →Werten von work + shelter findest du hier. Der Shop habe ich übrigens per Zufall in der Altstadt gefunden. So weit, dass ich mich von vornherein informiere, wo ich ’shoppen darf‘, lass ich es nicht kommen. Sich Treibenlassen und Geniessen will ich schliesslich auch mit einem nachhaltigen Lebensstil!

Hier noch die einfache Anleitung, wie jede/r seinen Kleiderschrank nachhaltiger gestalten kann: Kaufe nichts Neues, sondern trage einfach, was du bereits hast. Tausche Kleider mit deinen FreundInnen. Kaufe Second Hand. Kaufe Kleidung, die aus biologischen Stoffen nachhaltig produziert und fair gehandelt wurde. Eine →Liste für Letzteres hat DariaDaria.com hier zusammen gestellt, die anderen Punkte sind aber auch ohne viel Vorbereitung und Investitionen umsetzbar.

Buyerarchy of Needs – nachhaltig leben
The Buyerarchy of Needs von →Sarah Lazarovic

4. Überdenken meiner Routine im Bad

Als ich angefangen habe, mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen, ist mir meine Abfallberge-produzierendes Bad aufgefallen: tausend Fläschchen & Tiegel, Wattepads & Tampon, WC-Papier & Kosmetiktücher. Auch wenn ich nicht alles von heute auf morgen ändere (und mir ein Leben ohne WC-Papier echt nicht vorstellen kann), habe ich bereits folgende Schritte getätigt:

Langsam will ich auch die Pflege auf Naturprodukte mit möglichst wenig Verpackung umstellen. Aber dies werde ich Schritt für Schritt machen.

5. Kompost/Bio-Müll

Recyclen tu ich schon lange. Nur eine Biotonne hat unsere Überbauung nicht. Statt selber aktiv zu werden, habe ich dies einfach hingenommen. Mit meinem neu gefassten Vorsatz musste ich aber aktiv werden! Ich schrieb also ein nettes Mail an den Hauswart und auch an das Kollektiv, wo ich mein Gemüseabo beziehe. Das Kollektiv antwortet mir prompt: Kompostbares sei willkommen. Der Hauswart leitet das Mail an die Verwaltung weiter, eine Antwort steht (leider) noch aus. Trotzdem, einen Teil meines Rüstabfalls und der Kaffeesatz wird nun kompostiert und in den natürlichen Zyklus zurückgeführt.

Das sind die 5 grossen Punkte, die ich seit Mai angegangen bin. Natürlich gibt es noch mehr zu tun, zu ändern, zu verbessern und zu optimieren. Aber ich will diese Reise Schritt für Schritt machen. Sie soll mich geistig und moralisch bereichern, mich in einem gesunden Mass herausfordern und mir Freude & Genuss bringen!

30 Tage Nachhaltigkeit

Wenn ich die einen oder den anderen mit meinem Weg inspirieren kann, freut es mich. Wenn nicht, ist es auch nicht schlimm – jede/r darf und soll selber entscheiden, wie er/sie das Leben gestalten will, wo er/sie Prioritäten setzt und was sie/ihn glücklich macht.

4 Comments

  • Reply
    Ana
    8. Juni 2017 at 21:11

    Ich finde es eine spannende reo und begleite dich gerne!

    • Kristina
      Reply
      Kristina
      11. Juni 2017 at 20:17

      Danke dir, liebe Anita. Über Inputs freue ich mich natürlich auch immer :)

  • Reply
    Lisa
    14. Juni 2017 at 16:18

    Ich habe deinen Blog gerade zufällig gefunden und ich finde diesen Beitrag einfach super! Ich habe selbst angefangen, weniger zu kaufen, auf faire Teile zurückzugreifen und meinen Konsum zu überdenken – und es macht mir riesigen Spaß! Ich freue mich mehr über die einzelnen Teile, schätze auch viel mehr die Dinge, die ich schon habe. Es ist schon eine Herausforderung, nachhaltiger zu sein, aber man lernt so viel und es ist möglich. Viel Erfolg dir weiterhin:)

    • Kristina
      Reply
      Kristina
      16. Juni 2017 at 08:37

      Liebe Lisa – herzlichen Dank für deinen motivierenden & lieben Kommentar! Schön, dass es auch andere Freude daran finden, nachhaltig zu leben. Ich gehe seither wirklich mit noch offereren Augen durchs Leben & finde es spannend, was ich alles entdecke und lerne. Auch dir ganz viel Erfolg auf deinem Weg!! <3

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    not all those who wander are lost